Zum Inhalt springen
Entrümpelung München

Haushaltsauflösung

Haushaltsauflösung nach einem Todesfall — Ablauf, Fristen, Diskretion

Die wichtigste Nachricht zuerst: Sie haben mehr Zeit, als Sie in der ersten Woche glauben. Was in welcher Reihenfolge zu klären ist, bevor jemand die Wohnung betritt — und was eine Auflösung kostet.

Veröffentlicht · 5 Min. Lesezeit

Wie schnell muss die Wohnung nach einem Todesfall geräumt sein?

Deutlich langsamer, als die meisten Angehörigen in der ersten Woche annehmen. Das Mietverhältnis endet nicht mit dem Tod des Mieters. Nach § 580 BGB können sowohl die Erben als auch der Vermieter innerhalb eines Monats ab Kenntnis außerordentlich mit der gesetzlichen Frist kündigen — bei Wohnraum in der Regel drei Monate zum Monatsende. Praktisch bleiben Ihnen damit meist sechs bis zehn Wochen.

Das ist die wichtigste Information in diesem Artikel, weil sie den häufigsten und teuersten Fehler verhindert: die überstürzte Räumung. Eine Woche zusätzliche Miete kostet weniger als eine Auflösung, bei der Unterlagen im Container landen, die später gebraucht werden.

Was zuerst zu klären ist

1. Wohnung abschließen, nichts wegwerfen

Schließen Sie die Wohnung ab und lassen Sie zunächst alles stehen. Wenn mehrere Personen einen Schlüssel haben, sprechen Sie ausdrücklich ab, dass niemand einzeln „schon mal aufräumt". Das klingt übervorsichtig und verhindert den häufigsten Streit unter Angehörigen.

2. Die Erbfolge klären, bevor Sie beauftragen

Wer eine Wohnung räumen lässt, bevor die Erbfolge geklärt ist, greift möglicherweise in fremdes Eigentum ein. Zu klären ist:

  • Gibt es ein Testament, und liegt es beim Nachlassgericht?
  • Wer sind die Erben, und schlägt jemand aus?
  • Wird ausgeschlagen, geht die Räumungspflicht an den Vermieter beziehungsweise einen Nachlasspfleger über — dann beauftragen nicht Sie.

3. Klären, wer beauftragt und wer zahlt

Hier liegt eine Falle, die regelmäßig übersehen wird: Wer den Auftrag unterschreibt, haftet für die Rechnung — unabhängig davon, wer am Ende erbt und in welchem Verhältnis. Wenn drei Geschwister sich einig sind, aber nur eines unterschreibt, schuldet dieses eine den vollen Betrag und muss sich das Geld anschließend von den anderen holen.

Klären Sie vorher, wer formal beauftragt und aus welchen Mitteln bezahlt wird. Ein kurzer schriftlicher Vermerk unter Angehörigen erspart später viel.

Was kostet eine Haushaltsauflösung nach einem Todesfall?

Eine vollständige Auflösung kostet in München meist 1.200 bis 2.500 € für eine Wohnung und 3.000 bis 7.000 € für ein Haus, jeweils inklusive Mehrwertsteuer und Entsorgung. Grundlage ist der Mindestbetrag von 90,00 €75,63 € für die erste Stunde mit zwei Personen, danach 65,45 €55,00 € je Person und Stunde. Die Entsorgung wird mit {{p:disposalPer100Kg}} je 100 Kilogramm abgerechnet und durch Wiegescheine belegt.

Eine Haushaltsauflösung liegt über einer reinen Entrümpelung, und der Grund ist Zeit, nicht Material. Bei einer Entrümpelung wird geräumt. Bei einer Haushaltsauflösung wird durchgesehen — jede Schublade, jeder Ordner, jede Manteltasche. Genau dort liegen Sparbücher, Versicherungspolicen, Schmuck und Fotos, die niemand ersetzen kann. Rechnen Sie deshalb mit rund einem Drittel mehr Stunden als bei einer bloßen Räumung derselben Wohnung.

Was den Preis darüber hinaus bestimmt, ist dasselbe wie überall: Stockwerk, Aufzug, der Weg zum Fahrzeug und das Entsorgungsgewicht. Ein über Jahrzehnte gewachsener Hausstand bringt schnell zwei Tonnen auf die Waage — das sind allein 952 € Entsorgung.

Die Anfahrt wird nach den tatsächlich gefahrenen Kilometern zum aktuellen Dieselpreis berechnet und im Angebot gesondert ausgewiesen. Die vollständige Aufstellung aller Sätze finden Sie im Artikel Was kostet eine Entrümpelung in München.

Was passiert mit Dokumenten, Fotos und Wertsachen?

Die legen wir zur Seite und übergeben sie Ihnen — vollständig, auch wenn sie zwischen Gerümpel liegen. Dazu gehören:

  • Ordner, Verträge, Versicherungspolicen, Sparbücher, Kontoauszüge
  • Ausweise, Urkunden, Rentenunterlagen, Grundbuchauszüge
  • Bargeld, Schmuck, Uhren, Münzen
  • Fotoalben, Briefe, persönliche Erinnerungsstücke
  • Schlüssel jeder Art — sie gehören oft zu Dingen, die noch auftauchen

Praktisch läuft das so: Wir stellen in einem Raum eine Kiste auf, in die alles kommt, was Papier, Wert oder persönliche Erinnerung ist. Sie sehen sie durch, wann Sie möchten. Auch später, wenn Sie nicht vor Ort sind — dann schicken wir sie Ihnen zu oder heben sie auf.

Wir entscheiden nicht selbst, was wichtig ist. Das ist keine Floskel, sondern eine Arbeitsanweisung: Im Zweifel geht es in die Kiste, nicht in den Container.

Was mit echten Wertgegenständen passiert

Antiquitäten, Kunst, Münz- und Briefmarkensammlungen, hochwertiger Schmuck und spielbare Markeninstrumente fassen wir nicht an. Wir legen sie zur Seite und empfehlen Ihnen, vor der Auflösung ein Wertgutachten einzuholen. Was einen Auktionswert hat, gehört nicht in eine Entrümpelungsrechnung.

Eine Anrechnung des Wiederverkaufswerts auf den Preis bieten wir grundsätzlich nicht an. Warum das ehrlicher ist als das Gegenteil, steht im Artikel über die Wertanrechnung bei der Entrümpelung.

Wie läuft die Auflösung ab, wenn ich nicht in München wohne?

Das ist bei uns der Normalfall, nicht die Ausnahme. Nach einer Besichtigung per Foto oder Video und der Absprache, was zur Seite gelegt wird, genügt die Schlüsselübergabe.

Für die Besichtigung gibt es drei Wege, in dieser Reihenfolge:

  1. Fotos. Jeder Raum vom Türrahmen aus, Schränke geöffnet, Keller und Dachboden dabei, dazu der Weg vom Eingang zum Parkplatz. Genau danach fragt unser Angebotsrechner.
  2. Videotelefonat. Jemand vor Ort — ein Nachbar, die Hausverwaltung — geht mit dem Telefon durch die Wohnung, während wir mitschauen.
  3. Wir gehen allein. Wenn uns die Hausverwaltung hineinlässt, besichtigen wir und schicken Ihnen Fotos plus Angebot.

Auf Wunsch dokumentieren wir den Zustand vor und nach der Räumung fotografisch. Die vollständige organisatorische Reihenfolge — Kündigung, Verträge, Zählerstände, Übergabe — steht in der Checkliste für Angehörige aus der Ferne.

Wie diskret läuft das ab?

Wir kommen in neutraler Arbeitskleidung. Unsere Fahrzeuge tragen keine auffällige Werbung für den Anlass. Im Treppenhaus wird nicht besprochen, warum wir da sind, und unsere Leute kommentieren weder vor Ort noch danach.

Auf Wunsch beginnen wir früh am Morgen oder außerhalb der üblichen Zeiten, damit möglichst wenig Nachbarschaftsverkehr mitbekommt, was passiert.

Diskretion ist bei diesem Auftrag keine Zusatzleistung, sondern Voraussetzung. Ein Todesfall geht die Nachbarn nichts an.

Was am Ende übergeben wird

Besenrein heißt: vollständig geräumt, Böden gekehrt, Schränke und Einbauten leer. Nicht enthalten sind Fensterputzen, Nassreinigung, Kalkentfernung und das Verschließen von Dübellöchern.

Wenn im Übergabeprotokoll mehr steht, sagen Sie es bitte vor dem Termin. Dann kalkulieren wir die Endreinigung mit ein, statt Sie am Übergabetag mit einer Nachforderung zu überraschen — und eine zweite Anfahrt nur zum Putzen kostet erneut den Mindestbetrag plus Diesel. Was ein Vermieter verlangen darf und was nicht, steht im Artikel Besenrein oder Endreinigung.

Ein Hinweis zum Tempo

Angehörige unterschätzen fast immer, wie anstrengend die Sichtung ist — nicht körperlich, sondern weil in jeder Schublade eine Erinnerung liegt. Wenn Sie selbst durchsehen möchten, planen Sie dafür einen eigenen Tag ein, getrennt vom Räumungstag.

Und wenn Sie es nicht möchten, ist das ebenso in Ordnung. Wir machen das seit 2004 und kommentieren nichts. Den Ablauf und die Leistungen im Detail finden Sie auf der Seite Haushaltsauflösung.

Häufige Fragen zu diesem Thema

Wie schnell muss die Wohnung nach einem Todesfall geräumt sein?

Deutlich langsamer, als die meisten annehmen. Das Mietverhältnis endet nicht mit dem Tod. Nach § 580 BGB können Erben innerhalb eines Monats ab Kenntnis außerordentlich mit der gesetzlichen Frist kündigen, üblicherweise zum Ablauf des übernächsten Monats. In der Praxis sind das sechs bis zehn Wochen.

Was kostet eine Haushaltsauflösung nach einem Todesfall?

Eine Wohnung liegt meist bei 1.200 bis 2.500 €, ein Haus bei 3.000 bis 7.000 € inklusive Mehrwertsteuer und Entsorgung. Das liegt über einer reinen Entrümpelung, weil jeder Gegenstand einzeln geprüft wird statt pauschal entsorgt.

Wer haftet für die Rechnung?

Wer den Auftrag unterschreibt, unabhängig davon, wer am Ende erbt. Klären Sie deshalb vor der Beauftragung, wer beauftragt und aus welchen Mitteln bezahlt wird. Wird das Erbe ausgeschlagen, geht die Räumungspflicht an den Vermieter oder einen Nachlasspfleger über.

Muss ich bei der Auflösung dabei sein?

Nein. Nach der Absprache, was zur Seite gelegt und was entsorgt wird, genügt die Schlüsselübergabe. Viele unserer Auftraggeber wohnen nicht in München. Auf Wunsch dokumentieren wir den Ablauf mit Fotos.

Was passiert mit Dokumenten und Wertsachen?

Die legen wir zur Seite und übergeben sie Ihnen — Ordner, Versicherungsunterlagen, Sparbücher, Ausweise, Urkunden, Schmuck, Bargeld und Fotoalben. Nichts davon landet im Container, auch wenn es zwischen Gerümpel liegt.

Erfahren die Nachbarn, worum es geht?

Nicht durch uns. Wir kommen in neutraler Arbeitskleidung, unsere Fahrzeuge tragen keine Werbung für den Anlass, und im Treppenhaus wird nicht besprochen, warum wir da sind.

Das könnte Sie auch interessieren

← Zurück zum Ratgeber

Lieber kurz sprechen?

Zwei Minuten am Telefon ersetzen oft eine halbe Stunde Formular. Sagen Sie uns, was geräumt werden soll — wir sagen Ihnen, was es kostet und wann wir kommen können.

Montag bis Samstag, 08:00–18:00 Uhr